Persönlicher Erfahrungsbericht · Ausgabe 01
Mit welchem System simplyright meine Kündigung zum Geschäft gemacht hat
Eine Kündigung. Knapp 300 Euro zuerst. Danach 50 Euro jeden Monat.
Von Sebastian Ziegler
September 2026
Der EinstiegWie es angefangen hat
Zwei Minuten, die am Ende Wochen kosteten.
Es war ein Dienstagabend. Ich suchte nach der Kündigungsfrist für mein Fitnessstudio. Ganz oben stand ein Dienst, der versprach, alles in zwei Minuten zu erledigen. Ich klickte, weil ich das Thema loswerden wollte.
Die Seite wirkte aufgeräumt und verbindlich. Vom Preis bekam ich beim ersten Durchgang kaum etwas mit. Ich sage nicht, dass dort nichts stand. Ich sage: Ich habe es nicht gesehen, obwohl ich normalerweise genau lese.
Es gab auch ein Telefonat. Die Einzelheiten wurden mir dabei aus meiner Sicht verschwiegen. Gerade über das Abo und die monatlichen Kosten hätte ich eine klare Auskunft gebraucht.
Der Moment
01Man sucht in Eile nach Frist, Muster oder Vertrag. Genau dort steht das Angebot bereit.
Der Ablauf
02Formular, Häkchen, Fortschritt. Es fühlt sich wie ein Vorgang an, nicht wie ein Kauf.
Der Preis
03Die Zahl erscheint spät. Wer schon vier Schritte investiert hat, klickt auch den fünften.
Das Muster
Was danach passierte

Erst gingen knapp 300 Euro ab. Danach begann das Abo: 50 Euro im Monat.
Das war keine zweite Buchung über denselben Betrag. Nach der ersten Abbuchung folgten monatliche Abozahlungen. Auf meine Versuche, das zu klären, kam zuletzt keine Antwort mehr.
Prüfliste
Woran ich solche Angebote heute erkenne

- 01
Der Preis steht nicht am Anfang, sondern dort, wo du fast fertig bist.
- 02
Es bleibt unklar, ob du einmal oder regelmäßig zahlst.
- 03
Die Seite erzeugt Zeitdruck mit Fristen und Warnungen.
- 04
Du erhältst keinen belastbaren Versandnachweis.
- 05
Der Widerruf versteckt sich, die Bestellung nicht.
- 06
Im Impressum steht plötzlich eine andere Firma.
Nicht warten
Was du jetzt tun kannst
Keine Rechtsberatung. Das ist die Reihenfolge, die bei mir funktioniert hat.
- 01
Beweise sichern
Screenshots, Bestätigungsmail, Kontobuchung und jede Korrespondenz sofort in einem Ordner sichern.
- 02
Widerruf erklären
Kurz und schriftlich widerrufen. Ein Datum für die Rückzahlung nennen und eine Lesebestätigung anfordern.
- 03
Zahlungen stoppen
Lastschrift zurückholen oder bei Kartenzahlung nach dem Rückbuchungsverfahren fragen.
- 04
Kündigung nachholen
Dem eigentlichen Vertragspartner direkt schreiben und eine Bestätigung mit Beendigungsdatum verlangen.
- 05
Mahnungen beantworten
Der Forderung schriftlich widersprechen und Fristen ernst nehmen, besonders bei gerichtlicher Post.
- 06
Hilfe holen
Verbraucherzentrale, Anwalt oder Wettbewerbszentrale einschalten, wenn der Anbieter nicht reagiert.
Mein Geld habe ich bis heute nicht zurückbekommen. Inzwischen herrscht Funkstille.
Deshalb steht diese Seite hier. Nicht als Rachefeldzug, sondern weil ich damals gern genau so einen Bericht gefunden hätte.